Das Osterzgebirge

Winterwonderland: Das Erzgebirge im Schnee

Das Osterzgebirge bildet den östlichen Teil des Erzgebirges, das als Mittelgebirge auf der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien liegt. Das Erzgebirge umfasst eine Fläche von 5262 km², deren deutscher Teil sich über mehrere Verwaltungsbezirke und Regionen erstreckt. Entstanden ist das Mittelgebirge – anders als z.B. die Alpen als Faltengebirge – durch Schollenbewegungen: Der Boden brach und kippte leicht, sodass eine sogenannte Pultscholle entstand. Von Norden kommend erfolgt der Anstieg auf den Erzgebirgskamm daher in einem recht flachen Winkel, während das Gelände zur tschechischen Seite hin ziemlich steil und stark abfällt. Das Osterzgebirge wird im Nordwesten durch die Stadt Flöha begrenzt, weiter läuft die nicht leicht zu ziehende Grenze an den Orten Oederan, Freiberg und Tharandt vorbei. Die südliche Begrenzung des Osterzgebirges wird auf der tschechischen Seite des Gebirgskamms, am Erzgebirgsfuß gesehen. Deswegen befindet sich der höchste Punkt des Naturraums auch auf tschechischem Boden: Der Loučná, auf Deutsch „Wieselstein“ mit einer Höhe von 956 Metern über dem Meeresspiegel.

Ein „junger“ Landkreis

Das Osterzgebirge liegt verwaltungstechnisch gesehen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, zu dessen Hauptstadt Pirna bestimmt wurde. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge entstand im Rahmen einer groß angelegten Reform der Kreisgebiete im Freistaat Sachsen im Jahr 2008. In ihm verschmolzen die beiden Kreise Sächsische Schweiz und der Weißeritzkreis, er besteht aus 36 Städten und Gemeinden. Rund eine viertel Million Sachsen leben im Landkreis, nach einem längeren Sinkflug stieg die Einwohnerzahl im Jahr 2015 leicht. Zuletzt macht die Region auch mit zweifelhaften Nachrichten auf sich aufmerksam: Sowohl die Orte Heidenau als auch Freital liegen hier, die zum Synonym für fremdenfeindliche Proteste gegen Asylunterkünfte wurden. Bei der Bundestagswahl 2017 trat Frauke Petry, die frühere Chefin der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an und eroberte dort das Direktmandat, das seit dem Mauerfall stets in der Hand von Politikern der Christlich-Demokratischen Union (CDU) gewesen war. Das Wappen des Landkreises zeigt eine grün-weiße Wellenform, die auf den Flußreichtum der Region hinweist, einen Löwen und zwei gekreuzte Hammer, die an die Tradition des Bergbaus erinnern.

Reich durch Bergbau

Das Osterzgebirge wurde insbesondere ab Mitte des 12. Jahrhunderts besiedelt, nachdem erste Silbervorkommen in der Gegend entdeckt worden waren. Zuvor hatten vor allem die schwierigen klimatischen Bedingungen mit langen Wintern und einer nur kurzen Jahreszeit, in der Ackerbau hätte betrieben werden können, eine Besiedelung unattraktiv gemacht. Durch den Abbau von Silber, Zinn, Kupfer und Kobalt gelangte der Landstrich zu Reichtum und die Einwohnerzahl stieg immer weiter an. Mit dem Aufblühen der industriellen Revolution schwand die Bedeutung des Bergbaus, aber bis heute grüßt man sich im Erzgebige mit dem Bergmannsgruß „Glück auf!“. Viele Einnahmen erzielten die Bewohner der Region später mit Handarbeiten: Geklöppelter Spitze oder Holzarbeiten. Erzgebirgische Räuchermännchen und die herrliche Natur ziehen im Sommer, insbesondere aber im Winter, zahlreiche Touristen an und erfreuen die Einheimischen. Die Mieten sind erschwinglich, die Infrastruktur gut ausgebaut und insgesamt 12 Kliniken sorgen für eine gute Gesundheitsversorgung in der Region. Unter http://www.fachaerztejobs.de/ finden medizinische Spezialisten hier freie Stellen.